Archiv der Kategorie: Atari ST, TT, Falcon

Atari Falcon und serielle Verbindung (Datenaustausch) mit dem PC

Da viele Terminalprogramme auf dem Falcon leider nicht laufen, kann es etwas anspruchsvoll werden, Daten über die serielle Schnittstelle auszutauschen. Natürlich ist die Schnittstelle nicht für den Austausch von MB oder GB an Daten geeignet, aber für den schnellen Transfer eines Programms oder eines Diskettenimages finde ich die Schnittstelle immer noch einfach zu nutzen und aufzusetzen.

Die Hardware

Ich nutze für dieses Tutorial einen USB RS-232 Adapter. Da die meisten Adapter einen Male Anschluss haben und der Falcon auch einen Male Anschluss verbaut hat, brauchen wir daneben noch einen Gender Changer.

Falcon Modem Anschluss
Falcon Modem Anschluss
Anschluss Male USB RS-232 serieller Adapter
Anschluss Male USB RS-232 serieller Adapter

Wenn der Adapter nicht softwareseitig bspw. im Treiber auf Null-Modem gestellt werden kann, wird auch ein Null-Modem Adapter gebraucht.

Die komplette Adapterkette am Falcon sieht dann wie folgt aus:

Adapter Kette Seriell mit Gender Changer und Nullmodem Adapter
Adapter Kette Seriell mit Gender Changer und Nullmodem Adapter

Die Software (Windows)

Option 1 – Hyperterminal
Ich habe damals unter Windows XP mit Hyperterminal Daten via Nullmodemkabel ausgetauscht. Hyperterminal ist seit Windows XP SP3 nicht mehr Bestandteil des Lieferumfangs gewesen.

Doch kann das Programm von einer Windows XP CD extrahiert werden.

Erstellt dazu ein neues Verzeichnis in dem ihr das Programm speichern wollt und kopiert von der Windows XP Installations CD die folgenden Dateien:

C:\Program Files\Windows NT\hypertrm.exe
C:\WINODWS\system32\hypertrm.dll
C:\WINODWS\Help\hypertrm.chm

Anschließen könnte ihr Hyperterminal über hypertrm.exe starten.

Option 2 – TeraTerm
TeraTerm ist ein aktiv betreutes Open Source Projekt und ist daher bestens für diese Aufgabe geeignet.

Die Software (Falcon030 / TOS 4.04)

Für den Falcon habe ich in der Tat bisher kein zu 100% funktionierendes Terminalprogramm gefunden. Solltet ihr eines kennen würde ich mich freuen, wenn ihr hier einen Kommentar hinterlasst.

XYZ – Filetransfer ZMODEM Protokoll
Für den Dateitransfer nutze ich ein kleines Tool mit dem Namen XYZ.PRG in der Version 2.02 Hierbei handelt es sich um ein Tool, dass auf ein ZMODEM Verbindung wartet, die Datei entgegen nimmt und sich danach beendet.

NEOCOM – Terminalanwendung (funktioniert teilweise)
Ich nutze NEOCOM 2.42b. Es funktioniert nicht 100% auf meinem Falcon, doch reicht es, um die Verbindung zu testen. Ist ein klassische Terminalanwendung. Einen Filetransfer habe ich damit allerdings noch nicht hinbekommen.

Der Dateitransfer

Für den Test bereit ich eine kleine Textdatei mit dem Namen test.txt auf dem PC vor. Diese Datei möchte ich in diesem Zuge zum Falcon übertragen.

Vorbereitung PC
Zunächst starten wir TeraTerm. Dort wählen wir als Verbindungstyp Serial aus und aktivieren den korrekten COM Port. In meinem Beispiel COM27.TeraTerm - Neue Verbindung

TeraTerm – Neue VerbindungDann wählen wir unter Setup -> Serial Port die Einstellungen für diese Verbindung aus.TeraTerm - Setup Serial Port

TeraTerm – Setup Serial PortZum Testen wählen wir eine Baudrate von 9600. Kann auf dem Falcon später aber auf 19200 erhöht werden. Die Standardeinstellungen sind ok. TeraTerm - Serial Port Settings

TeraTerm – Serial Port SettingsMit einem Klick auf New setting werden die Einstellungen gespeichert.

Vorbereitung Falcon
Zunächst stellen wir die Modemportparameter ein. Hierzu wird auf der Language Diskette des Falcon die Accessory XCONTROL.ACC mitgeliefert, die entweder von dieser Floppy gebootet wird oder von der Festplatte gebootet werden muss.

Damit können wir unter DESK -> Control Panel

TOS - Desk - Control Panel
TOS – Desk – Control Panel

das Modem Setup auswählen

TOS - Modem Setup
TOS – Modem Setup

und die Parameter wie im TeraTerm festlegen und mit Save bzw. Ok bestätigen

TOS - Modem Parameter
TOS – Modem Parameter

Anschließend starten wir das Programm XYZ.TTP auf dem Falcon.

XYZ.TTP
XYZ.TTP

Das Programm braucht hier keine Parameter und kann mit einem Klick auf OK gestartet werden.

XYZ - No Parameters
XYZ – No Parameters

Danach befindet sich XYZ im Empfangsmodus.

XYZ - Wartet auf eine Verbindung
XYZ – Wartet auf eine Verbindung

Der Datentransfer
In TeraTerm wähle ich nun File -> Transfer -> ZMODEM -> Send aus und im darauffolgenden Dateidialog die Testdatei text.txt für den Transfer aus.

TeraTerm - Datei senden
TeraTerm – Datei senden

Hier sehen wir den Datentransfer wie er auf Tera Term gezeigt wird.

TeraTerm - Dateiübertragung
TeraTerm – Dateiübertragung

Auf der Seite des Falcon sehen wir wie XYZ die Datei empfängt.

XYZ - Dateiempfang
XYZ – Dateiempfang

Die Datei wird in dem Verzeichnis abgelegt in dem das Programm XYZ liegt.

TOS - Empfangene Datei
TOS – Empfangene Datei

Ein Blick in die Datei zeigt uns das es geklappt hat (Scheiß Encoding) 😉

TOS - Dateiinhalt
TOS – Dateiinhalt

Weiteres

Lege XYZ.TTP auf die Festplatte
Da die übertragenen Dateien immer in dem Verzeichnis landen in dem XYZ.TTP liegt. Bietet es sich an, diese Datei auf die Festplatte zu kopieren, um Daten dort zu empfangen. Der verfügbare Speicher auf der Floppy reicht unter Umständen nicht für die Datei aus.

Erhöhe die Geschwindigkeit
Wenn das geklappt hat, kannst du die Geschwindigkeit nun auf 19200 Baud erhöhen. Denke daran, die Einstellung sowohl in TeraTerm als auch im ModemSetup zu verändern.

Damit lässt lassen sich zwar immer noch keine Mengen an Daten verschieben, doch für ein Diskimage geht es wohl mal. Hier solltest du aber rund 6 Minuten und 40 Sekunden erübrigen können.

XYZ - Max Transfer Speed
XYZ – Max Transfer Speed

Testen der Verbindung mit NEOCOM
Gelegentlich funktioniert der Dateitransfer nicht. Es mag daran liegen, dass die Stecker etwas lose sind, die Einstellungen nicht richtig gesetzt wurden oder ein Bit quer sitzt.

Hierzu nutze ich dann das Terminalprogramm von NEOCOM. Einfach das Programm NEOCOM.PRG starten.

Wenn ich es schaffe einfache Tastenanschläge zu übertragen, weiß ich dass die Verbindung steht und es ggf. etwas mit den Programmen zu tun hat, dass keine Verbindung zustande kommt. Der Vorteil bei NEOCOM ist auch, dass ich die Modemparameter direkt im Programm unter Edit -> RS232 verändern kann.

Neocom - Edit RS232
Neocom – Edit RS232

Dort lassen sich alle Einstellung komfortabel editieren.

Neocom - Einstellungen der seriellen Verbindung
Neocom – Einstellungen der seriellen Verbindung

Das Programm funktioniert auf meinem Falcon nicht sauber. Das Terminalfenster zeigt immer eine Darstellung der Fenster im Hintergrund.

Neocom - Falcon Bug
Neocom – Falcon Bug

Damit ich sehen kann, ob das Terminal funktioniert und meine Tastenanschläge registriert aktiviere ich die Echo Funktion.

Neocom - Echo aktivieren
Neocom – Echo aktivieren

Damit werden meine Eingaben lokal wieder gegeben.

Neocom - Echo Ausgabe
Neocom – Echo Ausgabe

Sollte der Bildschirm bei Tera Term leer bleiben, so stimmt es mit der Verbindung selbst nicht. Vllt ist ein Stecker lose oder der Treiber in Windows nicht korrekt gestartet. Möglicherweise auch ein Defekt im Port oder Kabel.

TeraTerm - Leerer Bildschirm
TeraTerm – Leerer Bildschirm

Sollte Zeichensalat ankommen, so ist zumindest schon einmal klar, dass die Verbindung steht. Hier stimmen dann die Übertragungsparameter zwischen TeraTerm und Neocom nicht überein. Sehr oft ist die Geschwindigkeit nicht bei beiden Programmen identisch. Bei Hypterterminal ist die Flusskontrolle automatisch auf Hardware statt auf Keine gestellt.

TeraTerm - Falsche Einstellungen
TeraTerm – Falsche Einstellungen

Sollte alles korrekt eingestellt sein. Ist sowohl auf dem Falcon als auch auf dem PC die gleiche Zeichenfolge zu erkennen.

Terminalverbindung steht
Terminalverbindung steht

Das funktioniert grundsätzlich in beide Richtungen. Tippen auf dem Falcon -> Ausgabe PC oder Tippen auf dem PC -> Ausgabe Falcon.

Atari Falcon030 und SDEXTJOY

Da es leider nicht so trivial war, den SDEXTJOY Adapter mit dem Falcon030 in Betrieb zu nehmen, möchte ich hier mit euch mein Vorgehen teilen.
Bei dem SDEXTJOY handelt es sich um einen Adapter für den Joystickport des Atari Falcon / Atari STE, um SD Karte lesen zu können. Er gilt als sehr kostengünstig, da nur wenig Material benötigt wird, um den Adapter zu bauen. Details finden sich in der Dokumentation.
Der Treiber nutzt die XBIOS Festplatten Treiber Routinen, um eine GEMDOS Laufwerk zu simulieren und den Inhalt der SD Karte anzuzeigen. Damit ist es möglich, von der SD Karte auf dem GEM Desktop zu lesen und zu schreiben. Es gelten damit weiterhin die Einschränkungen des TOS Betriebssystems: Es werden nur FAT16 Partitionen bis zu 32MB unterstützt. Für größere Partitionen wird das Program bigdos.prg benötigt, bevor der SDEXTJOY Treiber geladen wird. Dann können bis zu 2GB genutzt werden. Die Einrichtung ist aber nicht Bestandteil dieses Leitfadens.

Der Autor konnte den Treiber nur mit einem Atari STE testen und wusste nicht, ob der auch mit dem Falcon läuft. Ich habe durch Zufall diesen SDEXTJOY Adapter bei mir in der BOX des Falcon gefunden.

SDEXTJOY Adapter

Der Treiber selbst ist aktuell unter: http://onorisoft.free.fr/atari/sdextjoy.zip zu finden. Kann aber auch hier heruntergeladen werden: SDEXTJOY Treiber (GPL v3)
Die ZIP Datei enthält unter anderem die Datei SDEXTJOY.PRG, der eigentlich Treiber.

Diese muss jetzt zum Atari transferiert werden. Beim Falcon war das recht einfach möglich, da dieser 3,5“ Disketten mit 1,44MB lesen kann. Somit habe ich die Datei einfach mit meinem USB Floppylaufwerk übertragen können.

Es ist darauf zu achten, dass jetzt der Adapter im Port A steckt. Ich hatte ihn erst in Port B stecken, wo er nicht funktionierte. Daher steht in der Beschreibung des Treibers, die (sdextjoy.txt) in dem Treiberarchiv enthalten ist auch als Titel „SD card driver for the Atari STe extended Joystick Port A

Wichtig ist nun, dass die SD Karte neu partitioniert wird. Schließlich darf die Partition ohne zusätzlichen Treiber nicht größer als 32MB sein. Unter Windows habe ich dann das Programm diskpart benutzt; einfach die Shell in Windows starten und diskpart eingeben.

Grob nach diesen Leitfäden [1] [2] ist das Verfahren unter Windows wie folgt:

  1. Alle Festplatten auflisten:
    list disk
  2. Nun den Eintrag mit der SD Karte suchen.
  3. Die SD Karte auswählen (x ist die Nummer des Datenträgers) mit
    select disk x
    mit
    clean all
    werden nun alle Daten/Partitionen gelöscht.
  4. Danach
    create partition primary size=32
    Damit wird nun eine 32MB große Partition angelegt.
  5. Über den Befehl
    active
    wird diese Partion als aktiv markiert.

Jetzt das Laufwerk unter Windows formatieren und als Test eine kleine Textdatei auf der SD Karte ablegen. Die SD Karte muss dann in den Adapter gesteckt werden, der in Port A des Falcon/STE steckt. Danach wird das Programm SDEXTJOY.PRG ausgeführt. Unter TOS verschwindet die Statusanzeige direkt wieder. Nur bei der Nutzung von MultiTOS beleibt der Text auf dem Desktop stehen. So kann man nicht direkt erkenne, ob der Vorgang erfolgreich war. Unter TOS habe ich den Bildschirm daher mit der Handykamera gefilmt. Dann kann man die Ausgabe darüber anschauen. Gelegentlich funktioniert es nicht beim ersten Mal, so dass das Programm ein weiteres Mal ausgeführt werden muss.

Danach schaut man im GEM Desktop unter Options -> Install Devices nach. Jetzt sollte ein neues Laufwerkssystem auf dem Desktop zu sehen sein.

Einmal darauf klicken, um zu sehen, ob die kleine Testdatei im Filebrowser zu sehen ist.

Besonderheiten:

  • Während der Treiber aktiv ist, kann das Diskettenlaufwerk A: nicht über das Icon angesprochen werden. Das Laufwerk A: wird dann über das Icon des Floppy B: angesprochen. Das Laufwerk B: steht in dieser Zeit nicht zur Verfügung.
  • Der Adapter ist nicht wirklich HotPlug fähig. Dennoch kann die SD Karte entnommen und die Daten auf dem PC bearbeitet werden. Danach die SD Karte wieder in den Adapter schieben und den Treiber neue ausführen. Install Devices muss nicht erneut ausgeführt werden. Falls doch, so wird ein neues Icon auf dem GEM Desktop neben dem vorherigen auftauchen
  • Wenn der Treiber automatisch beim Booten mit gestartet werden soll, einfach das Programm in den AUTO Ordner des Bootlaufwerks ablegen.
  • Ein wichtiger Hinweis. Ich habe festgestellt, dass nicht jede SD Karte funktionierte. Im Thread des Entwicklers habe ich folgenden Hinweis gelesen: Probably all SDHC-Cards with a FAT using Clustersize 2 or bigger do not work. Alte SD Karten von mir funktionierten daher, moderne leider nicht.

 

Thread von Orion dem Entwickler des SDEXTJOY auf atari-forum.com

Alte Linuxversionen installieren

Da doch immer mal wieder jemand ein altes Linux aufsetzten muss oder will, sind hier kurz die nötigen Schritte zusammengefasst. Als Beispiel dient m68k und sparc32

  1. Als erstes ist wichtig, welche Hardware man installieren will. Auf der Seite www.debian.org/ports/ findee sich alle unterstützten Ports mit der Angabe, in welchen offiziellen Versionen die Plattform unterstützt wird und ein Link auf weitere Infos. Also „in progress“ heißt, dass es aktuelle inoffizielle Builds gibt. Die infos sind aber auch nicht immer up to date. Hppa wird als „discontinued“ aufgeführt, obwohl es aktuelle Installer gibt. Also im Zweifel auf den unten aufgeführten Seiten nach Installern suchen.
    • Sparc32 wird z.B. von Debian 2 bis 4 offiziell unterstützt, Sparc64 bis 8 und aktuell als (sehr guter) unofficial Port.
    • m68k war von 2 bis 3 offiziell drin, und ist aktuell (seit 9) auch ein unofficial Port („in progress“).
  2. Die Zuordnung der Versionsnummern zu den Release Namen findet man auf der Seite www.debian.org/releases/
  3. Es ist noch zu beachten, dass nicht jeder Debian Spiegel alle Versionen bzw. Installations CDs vorhält.Alle offiziellen CDs gibt z.B. auf
    cdimage.debian.org/mirror/cdimage/archive die inoffiziellen ab Debian 7, also z.B. aktuelle sparc64 und m68k auf cdimage.debian.org/cdimage/ports/

  4. Die letzte offizielle sparc32 CD findet man z.B. unter cdimage.debian.org/mir…hive/4.0_r9/sparc/iso-cd/. Die aktuelle inoffizielle m68k CD unter cdimage.debian.org/cdimage/ports/10.0/m68k/iso-cd
  5. Ein Mirror mit allen deb Paketen ist z.B. mirror.eu.oneandone.net/debian-archive/. Am besten ist es, erst die Installation nur mit der Software auf der Installations CD zu machen und danach den Mirror eintragen. Die im Installer eingetragenen Mirrors haben oft die alten Pakete nicht mehr.
  6. Im Nachgang kann man mit apt-get dist-upgrade die Liste der verfügbaren Pakte holen, das Paket tasksel installieren und dann starten. Das erledigt wie auch im Installer die Grundinstallation, je nach angegebener Aufgabe (Desktop, Server, SSH, Drucker etc).

Atari TT Tipps

Was, wenn der TT nicht mehr so will wie er soll?

Es gibt Momente, da möchte man vor Verzweiflung seinen Rechner aus dem Fenster werfen. Daran ist Atari nicht ganz unschuldig, denn auch im Hardwarebereich wurde gerne mal gepfuscht. Bei zwei ganz speziellen Problemen mit dem Atari TT hilft dieser Erfahrungsbericht von Joachim Moldenhauer und Werner Laass vom AKA Freiburg sicherlich weiter:

Eine Überspannung im Stromnetz brachte einen unserer TTs während eines Lesevorgangs auf der Festplatte zum plötzlichen Schreiben von unsinnigen Daten. Neuformatieren war also notwendig. Zu unserer Überraschung ließ sich aber nicht mehr von der Festplatte booten! In einem zweiten TT funktionierte diese Platte jedoch problemlos.

Auf einem anderen TT waren kurz nach einem internen Kurzschluss (dazu später mehr) alle Zugriffe auf externe SCSI-Geräte blockiert. Man mag sofort an Murphy und seine Gesetzte denken: „Wenn Dein Rechner defekt ist, funktioniert der Ersatzrechner erst recht nicht“.

In beiden Fällen war die Lösung nicht weit: Im TT ist ein NVRAM-Chip vorhanden. Der enthält systemrelevante Daten wie z.B. Landeskennung, Bootverzögerung, Datum und Uhrzeit. Um das NVRAM zurückzusetzen haben wir die interne Batterie abgehängt und den entsprechenden Kondensator am Chip entladen. Ergebnis: Beide TTs liefen wieder, lediglich Datum und Uhrzeit mussten neu gestellt werden.

Eine zugegebenermaßen umständliche Methode.
Aus diesem Grunde gab es im Maus-Netz und anderen diversen Mailboxen ein Programm namens RESET_NV.PRG, das für den Atari TT geschrieben wurde und seinen Dienst auch auf dem Falcon 030 verrichtet.

Nun zum oben schon erwähnten Kurzschluss, der den zweiten Rechner lahmlegte: In den Werkstattunterlagen zum TT wird besonders darauf hingewiesen, die Netzteil-Befestigung zum Board gut mit Isolierband isolieren. Nun wissen wir auch warum: Die linke vordere Blechlasche berührt den Pol der ROM-Port Sicherung! Das Ergebnis ist im wahrsten Sinne des Wortes erleuchtend (und besorgt dem Board eine nette Spannungsspitze, die das NVRAM zumüllt). Aus diesem Grunde hat Atari ab Werk diese Stelle dick mit Isolierband (bis unter die Lasche) abgeklebt. Obwohl über dem ROM-Port selten mehr als 150 mA fließen, ist dieser im TT mit 5 Ampere abgesichert!

Wer also öfters an seinem TT bastelt, sollte die eingelötete (teure) Sicherung mit kurzen Kabeln und eventuell zusätzlicher Fassung unter dem Netzteil verlegen. Bei uns gab es damit bisher keine Probleme. Aber Achtung: Trotzdem unter dem Netzteil gut isolieren, denn dort lauert hinterlistig das Beinchen einer Diode auf heißen Kontakt!

Atari ST Probleme im Betrieb beseitigen

Beliebte Fehlerquellen bei Abstürzen

Sollte sich der Atari ab und zu ohne erkennbaren Grund verabschieden mit Bomben oder selbständigen Reset, so ist es sinnvoll, sich zuerst den Monitorstecker genau anzusehen. Der Monitor legt den „MonoDetect-Pin“ auf einen 0V-Pegel (Masse). Ist diese Steckverbindung nicht mehr optimal, reicht oft schon ein Stoss an das Tischbein, um den Rechner austeigen zulassen.
Meistens genügt ein LEICHTES Verbiegen der Stifte im Stecker oder ein eventuelles Nachlöten der Monitorbuchse im Rechner.

Auch die meist schlechte Befestigung der internen Abschirmbleche (die sowieso kein Mensch braucht) sind oft ein Grund für selbständige Resets. Man muss sie dann entweder sehr gut befestigen oder ganz entfernen, was auch der Luftzirkuation im Rechner keinen Abbruch tut, eher das Gegenteil.

Bei den älteren Modellen 520/520+ kommt es manchmal nach langem Dauerbetrieb zu einigen Bildstörungen. Mann kann diesen Fehler mit Kältespray sehr leicht finden: Zuerst wird der Shifter mal eingesprüht, verbessern sich die Bildfehler ist der Unruhestifter gefunden.
Zur weiteren Abhilfe kann man den 47pF-Kondensator der zwischen Pin 39 des Shifters und Masse liegt, entfernen und unter Umständen wieder zwischen Pin 11 und Masse einlöten. Dazu sind einige Versuche nötig. Danach sollte dann auch bei warmem Rechner ein Einwandfreies Bild zu sehen sein.

Diskettenlaufwerke

Da Atari keine eigenen Diskettenlaufwerke gebaut hat, finden sich in den Rechnern Laufwerke der verschiedensten Hersteller. Meist sind es bei den älteren Modellen Epson-Laufwerke. Danach gab es Laufwerke von Chinon und Mitsubishi und jede Menge Laufwerke anderer Hersteller, die als sogenannte Fremdfloppys an den ST Rechnern verwendung finden: NEC, Teac, Sony, BASF usw.

Eines haben die Laufwerke alle gemeinsam: Eine unterschiedliche Drehzahl des Antriebsmotors. Die Drehzahl eines jeden Laufwerkes sollte sich zwischen 299 – 300 – 301 Umdrehungen pro Minute bewegen, jede Abweichung von dieser Drehzahl führt entweder zu Lesefehlern, oder man kann die Disks von anderen Rechnern gar nicht lesen.

Es gibt auf dem Public-Domain-Sektor bereits seit einiger Zeit Programme, mit denen die Möglichkeit besteht, die Drehzahl eines Laufwerkes zu justieren. Allerdings muss dann auf der Platine des Floppies, das entsprechende Poti gesucht und gefunden werden. Das Scheibenkleister-Buch ist hier eine große Hilfe.

Warnung: Dieses „Justierpoti“ gibt es nicht in allen Floppies, bei manchen muss man einen Kondensator tauschen. Ausserdem ist das etwas, wo man nicht unbedingt seine Finger reinstecken sollte, der Fachmann kann das besser!

Diskettenlaufwerke für Fortgeschrittene

„No floppies“, sagte das Testmodul, nachdem man verzeifelt alle möglichen Ursachen für das Nichtfunktionieren der Diskettenlaufwerke gesucht hatte… Es folgt eine Reparatur, die im Fachbetrieb bis 300 Euro kostet, im Prinzip aber ganz einfach ist.

Erste Möglichkeit: Floppy wird noch angezeigt

Die Floppies werden noch selektiert und laufen an, rattern aber irgendwann an den mechanischen Anschlag. Das könnte bedeuten, dass der Floppycontroller und der Soundchip noch in Ordnung sind. Das Desktop erscheint sofort und ohne Icons…

Auch ist es möglich, dass sich der Rechner nach dem Einschalten mit 2-30 Bomben meldet.

Lösungsansatz
Rechner einschalten (ohne Diskette) und warten, bis die Icons erscheinen. Dann Testen ob die Laufwerke noch formatieren. Wenn das Formatieren nicht klappt, so ist mit Sicherheit ein neuer DMA-Chip fällig, insbesondere, wenn auch die Harddisk stumm bleibt…

Die zweite Möglichkeit:

Der heißgeliebte Controllerchip WD 1772 muss nicht unbedingt defekt sein. Er hat einen nachgeschalteten Treiber der Serie 74LS06.

Write Data / Step / Direction / Motor On / Write Gate – das sind so die wichtigen Signale, die über diesen Treiberbaustein gejagt werden. Ist der Treiber nun defekt, dann fehlen diese Signale ganz oder teilweise, und somit machen die Diskettenlaufwerke nur Unsinn. Mit einem Preis von einem Euro ist das zum Glück einer der günstigsten Chips, die durch eine Fehlbeschaltung von außen zerstört werden können.

Man kann mit einem einfachem Logiktester die Funktion des Chips überprüfen, besser und sicherer ist allerdings ein Ozilloskop. Durch schwere Kurzschlüsse am Floppyport sind meist sowohl der Treiber als auch der WD 1772 fällig.

Sollte sich heraustellen, dass die Laufwerke nicht richtig selektiert werden, ist eine Überprüfung des Soundchips YM 2149 unumgänglich. Die Signale Drive 1 Select / Drive 0 Select / Side 0 Select werden direkt und ohne Treiber vom Soundchip verwaltet. Die Pins Read Data / Index / Write Protect / Track 00 liegen ohne Treiber wiederum direkt am WD 1772.

Man muss dann schon mal genau messen, was wann passiert. Meist ist es aber der DMA oder der WD und/oder dessen Treiber. Die schnellste Methode ist einfach, erstmal den Treiber auszulöten, einen Sockel drunter zu packen, und den mit einem frischen Chip zu bestücken.

Zu guter Letzt:

Wer oft die Floppystecker ein- und aussteckt, kann zudem noch mit dem Auftauchen kalter Lötstellen in dem Bereich rechnen (Fernost-Klebung).

Wenn der 1040 singt

Ein anderes Problem sind die „Singer“,  gemeint sind einige Modelle des 1040 ST, besonders die älteren. Da gibt es auf der Hauptplatine einen Schwingkreis (schönes Wort, gell?) Das Teil liegt in der Nähe des IC TL 497. Dort finden sich ein Widerstand R 17, die Spule L4 sowie der Kondensator C28 (das ist der ganze Krachmacher).

R17 wird einfach durch einen 5 Ohm – Widerstand ersetzt, L4 wird auf 210 uH (Microhenry) geändert, und C28 wird auf 330 pF erhöht, und schon herscht traumhafte Stille im Kasten! Zu suchen ist auch nach sogenannten Resonazschwingern, das können Blechteile, lose Drähte und sonstwas sein, das durch das Laufwerk im Rechner zum Schwingen angeregt wird.

Schwache Netzteile

Manche Netzteile der ST-Serie gehen bei der kleinsten Hardwareerweiterung in die Knie, das ist ausgesprochen schlecht! Meist äussert sich das dann mit irgenwelchen Zicken, die der Rechner vorher nicht gemacht hat. Zur Abhilfe könnte man genügend grosse Pufferelkos (zusätzlich) in das Netzteil einlöten, da die Belastung des Netzteiles im Einschaltmoment doch ganz erheblich ist. Natürlich steht der Verwendung eines Schaltnetzteil nichts im wege, vorausgesetzt die Spannungen stimmen. Die Dimensionierung könnte in der 4700 uF 40V Klasse liegen.

Auch der Austausch der Gleichrichterbrücke gegen eine stärkere bewirkt manchmal kleine Wunder. Zu beachten währe noch das bei Primärgetakteten Netzteilen die Brücke für 220V bemessen werden muss.

Warnung: Vorsicht mit Basteleien an Netzteilen und anderen stromführenden Teilen! Auch das Einlöten von zusätlichen Elkos sollten Leute machen, die die Materie beherschen. Ein verpolter Elko hat die Wirkung und Reichweite eines Kanonenschlages!

Vergammelte Chips

Ein Ärgernis in den STs sind die IC-Fassungen, hier hätten ein paar gute Sockel den Preis dieses Rechners wohl kaum in die Höhe getrieben. Die häufigste Fehlerquelle ist das Korridieren der Kontakte; wenn das passiert, dann muss der entsprechende Chip vorsichtig aus der Fassung gehebelt werden und die Kontakte mit Spiritus oder etwas Alkohol gereinigt werden. Den Chip am besten noch im nassen Zustand wieder in die Fassung zurück stecken. Kontaktspray und Reiniger sind hier weniger gefragt, da ich feststellen musste das die Fassungen nach kurzer Zeit wieder vergammelt waren.

Sollte es mal erforderlich sein, einen eingelöteten Chip wechseln zu müssen, sollte man gleich einen Sockel mit gedrehten und vergoldeten Pins einlöten, die gibt es sogar als Chip-Carrier für die quadratischen Flundern. Auch das Festdrücken oder Nachlöten einiger Chips hat schon Wunder bewirkt. Das Auslöten fängt man am bestem mit dem Abzwicken aller Beinchen an, da die Atari Platinen an manchen Stellen empfindlich gegen Hitze sind; ist der Chip komplett raus, saugt man die Beinchen einfach mit einer Lötpumpe aus den Löchern, und die Platine bleibt heil. Natürlich ist der Chip dann im Eimer, aber das ist er meist sowieso…

Lautes Lüftergeräusch

Bei den meisten Festplatten ist der Lüfter genauso laut wie Mutters Hoover. Die sicherste Lösung, diesen Nervtöter leise zu bekommen ist, sich im Elektronikladen der Wahl für 90 Cent einen Festspannungsregler der Gattung 78xx zu besorgen – zur Verwendung kämen welche mit einer Ausgangspannung von 8 oder 9 V. Dieser Regler wird in die 12V-Zuleitung des Lüfters geschaltet, so das der Krachmacher nur noch mit 8 oder 9V läuft. Das hat einen kleineren Luftstrom und folglich auch ein kleineres Arbeitsgeräusch zur Folge. Den Regler am besten so montieren, dass er ebenfalls im Luftstrom gekühlt wird. Und für die Wärme der Platte reicht das allemal noch.

Natürlich kann man sämtliche lauten Atari-Lüfter mal gegen ein leiseres Modell von Papst oder einen vergleichbaren Lüfter austauschen, auch das hilft meist. Bitte nicht vergessen, dass diese Lüfter über 30 Jahre auf dem Buckel haben.

Drucker ohne Druck

Die komplette Centronics-Schnittstelle wird vom Soundchip YM 2149 betrieben. Eine Überlastung durch alte Drucker kann direkt zur Zerstörung des Chipsführen. Die meisten älteren Drucker belasten die Schnittstelle durch ihre internen Pullup-Widerstände so, dass ein erhöhter Strom fließt, der dann den Port B des Soundchips zerbröseln lässt.

Abhilfe kann man durch eine extern aufzubauende Treiberstufe schaffen, die alle Signale der Centronics-Schnittstelle entsprechend verstärkt.
Oder man kann die internen Pullups des Druckers auslöten und durch entsprechend größere ersetzen. Normal wäre ein Wert so um die 3,3 KOhm. Alles was kleiner ist könnte schädlich sein.

Da der Soundchip meist nicht gesockelt ist, fallen auch hier einige Lötarbeiten an, die besonders sorgfältig ausgeführt werden müssen. Am besten lötet man gleich einen Sockel mit gedrehten Pins ein, dann geht es beim nächsten Mal einfacher.

Verschiedene kleine Hardwaredefekte der ST-Serie

Symptom: Verschiedene schwarze Pünktchen auf dem Bildschirm
Ursache: Eventuell RAM-Fehler
Fehlersuche: Mit dem Atari Testkit (ab V3.3) wird wahrscheinlich ein RAM-Fehler U19 Bit Nr.5 in der Bank 0 angezeigt.
(Die Profis schreiben ein Basicprogramm mit dem sich die
einzelnen Bits austesten lassen.)
Abhilfe: U19 defekt, Baustein austauschen


Symptom: Bild läuft durch, und die Floppylaufwerke werden nicht mehr angesprochen. Dieser Fehler tritt meist bei den Modellen 260ST und 520ST auf.
Ursache: Zu 90% Baustein U35 defekt..
Beseitigung: Komplett austauschen


Symptom: Bildschirm ist komplett mit der Farbe rot, grün oder blau
gefüllt.
Beseitigung: J9 Anschlussbuchse überprüfen und eventuell die Kontakte nachlöten. (Nicht 1040 u. Mega)


Symptom: Weisse Punkte auf dem Bildschirm (Mono/Color) beim Mega ST
Ursache: Warscheinlich thermische Fehler an den Bustreibern
74LS244 oder/und 74LS373.
Eventuell sind auch die RAM-Bausteine nicht richtig in den Sockeln.
Fehlersuche: Treiberbausteine mit Kältespray untersuchen
Beseitigung: Bausteine auswechseln / Ram’s in die Sockel drücken


Symptom: Nach dem Einschalten des Computers sind auf dem Monitor Rücklaufstreifen zu sehen (SM124)
Ursache: Meist ist der Widerstand R727 zu hochohmig.
Beseitigung: R727 gegen einen Widerstand von 560Kohm austauschen.
Kleine Änderung der Grundhelligkeit an Poti VR702 (Sub-Right)


Symptom : Das Bild auf dem SM 124 ist nur noch halb so hoch wie
normal, wirkt aber wesentlich breiter.
Ursache: +12V Stromversorgung eventuell defekt
Beseitigung: IC 901 und Q 901 überprüfen und gegebenenfalls austauschen.
+12V überprüfen Toleranz +/- 15%


Symptom: Helligkeit lässt sich nicht mehr aufregeln (SM124)
Beseitigung: Transistor Q303 im Videoteil überprüfen / austauschen
An den Spannungsteilern sollten zu messen sein
R310 = 8V R302 = 3.6V


Symptom: Nach einiger Zeit bringt der Computer kein richtiges Bild
mehr auf den Bildschirm, der Monitor ist aber nachweislich in Ordnung.
Ursache: Treiber in der V-Sync-Leitung überprüfen (74LS04) und
Shifter testen.
Fehlersuche: Die Bausteine mit Kältespray überprüfen


Symptom: Nach Anschluss einer Harddisk oder eines Laserdruckers
stürzt das System ab und/oder lässt sich nicht booten.
Ursache: Das Reset-Signal wird im ST mit Hilfe eines NE 556 bzw.
TL 7705 erzeugt und über Treiber an die Bausteine und die
externen Anschlüsse geleitet. (HD-Port)
Beseitigung: Einbau eines kleinen Filters in Pin 12 des HD-Ports.
Es können Störspitzen über die Kabel zurück in den Rechner
gelangen, dadurch erhält der Computer undefinierte Resets, 
die zu den Störungen führen. Tritt häufig bei zu langen
DMA-Kabeln auf.
(Bei SH 205 eventuell Ausfall des Reset-Eingangs (47LS123))


Symptom : Bildschirm bleibt immer dunkel
Ursache: Meist Treiberbaustein 74LS04 defekt.
Beim Mega ST und Rechnern, an denen oft die Midi-Schnittstellen genutzt werden, ist es gern der 7404.
Beseitigung: Mal an den Reset- und Halt-Eingängen des Prozessors messen:
Normal sind hier 0V oder 5V. Liegen die Spannungen zwischen
diesen Werten, so ist der Treiber 100% defekt.
Dieser Treiberbaustein bedient auch die Midi-Out-Leitung.

Atari ST Reparaturtipps

Leblos liegt er da, mehrfaches Ein- und Ausschalten ruft nur eine schwache binäre Reaktion hervor: die LED für die Betriebsanzeige signalisiert „Strom“, oder eben nicht.

Nach kräftigem Schütteln des Patienten der erste Hoffnungsschimmer, der Monitor wird weiß. Dabei bleibt es leider auch. Also nochmal aus- und wiedereingeschaltet… nichts. Der letzte zögerliche Kontaktversuch unseres digitalen Kameraden lässt sich offensichtlich nicht reproduzieren. Wie gut hat es dagegen der Bekannte X getroffen, der hat wenigstens Bomben auf dem Bildschirm, mal zwei, mal drei und manchmal sogar eine ganze Reihe.

Diese Symptome offensichtlicher Altersschwäche sind in letzter Zeit immer häufiger geworden. Also, Ärmel hoch, denn die Axt im Haus…

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Schwerwiegende Defekte können auch nach Studium dieses Artikels nicht von Laien behoben werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass ca. 80% aller Funktionsstörungen sehr einfache Ursachen haben, die meist leicht behoben werden können.

Hier einige häufige Fehler und deren vermutliche Ursache sowie in Klammern die Absätze, die man unbedingt lesen sollte:

  1. Betriebsanzeige leuchtet nicht -> Netzteil defekt (A, B1)
  2. Bildschirm bleibt schwarz -> Kontakt /RAM-Fehler (A, C, D)
  3. Bildschirm bleibt weiß -> Kontaktfehler (A, C)
  4. Pixelmüll -> Kontakt /RAM-Fehler (A, C, D)
  5. Rechner stürzt bei Anfahren der Menüleiste ab (Mega ST) -> Blitter (A, E)
  6. Rechner stürzt nach gewisser Zeit ab -> Kontakt /RAM-Fehler (A, C, D, Netzteil B2)
  7. Rechner hängt bei Floppyzu griffen -> Netzteil (A, B2)
  8. Uhr läuft nicht richtig, Rechner bombt willkürlich -> Echtzeituhr (A, F)

Noch ein Hinweis:
Rechner mit diversen Erweiterungen können auch diverse erweiterte Probleme mit sich bringen, auf die hier im Einzelnen
nicht eingegangen wird. Sicher ist aber in jedem Fall, dass eine Hardwareerweiterung, gleich, welcher Art, nur in einem
einwandfrei funktionierenden Rechner richtig arbeitet.

A: Öffnen des Rechners

Rechner auf den Rücken legen, alle Schrauben lösen und beiseite legen. Wieder umdrehen und Deckel abheben. Beim 260/520
einfach nach oben weg, beim 1040 zuerst an der Seite ohne Floppy, beim Mega ST zuerst hinten und die Leitung zum Batteriefach abziehen. Es sollte keine Diskette im Laufwerk sein, damit der Auswurfhebel nicht stört.

Beim 260/520er und 1040er die Tastatur abziehen und die drei Schrauben an der vorderen Blechkante lösen. Die Platine des
260/520ers ist noch mit drei weiteren Schrauben befestigt, die man durch Öffnungen im Abschirmblech erreicht, weg damit.

Besitzer eines 1040 müssen die beiden Schrauben lösen, mit denen das Netzteil befestigt ist. Die Platine wird nun mitsamt
Abschirmblechen aus dem Plastikunterteil gehoben.

Ein Mega ST kann in seiner Behausung verbleiben.

Jetzt mit einer Flachzange die Blechlaschen geradebiegen, bei 1040 und Mega ST ist auch eine unter der Floppy, und das obere Abschirmblech lässt sich abnehmen. Das Netzteil des 1040 ist dabei etwas im Wege, aber es ist zu schaffen.

Das war es, für den Zusammenbau einfach den Text rückwärts lesen.

B1: Das Netzteil

Wenn das Netzteil ausgefallen ist, sollte man sich nach einem Ersatz umsehen. Beim 520er ist der Trafo vergossen und deshalb unzugänglich, bei 1040 und Mega ST handelt es sich um Schaltnetzteile. Der Fachmann weiß: selbst wenn man ein defektes Bauelement findet und ersetzt, heißt das noch lange nicht, dass das gute Stück wieder funktioniert. Man kann bestenfalls die Sicherung überprüfen und bei Defekt ersetzen. Mir ist bisher allerdings noch kein Netzteil untergekommen, das durch Austausch einer defekten Sicherung wieder zu reaktivieren war, als einziges Ergebnis meiner Bemühungen hatte ich stets nach dem Funktionstest eine defekte Sicherung mehr.

B2: Immer noch das Netzteil

Die Netzteilspannung sinkt offenbar mit zunehmendem Alter des Rechners ab. Wichtig ist vor allem, dass im 5Volt-Zweig die Spannung nicht zu niedrig ist.
Die meisten Bauelemente im Atari benötigen eine Spannung von minimal 4,5 V und maximal 5,5 V. Mit einem Handmultimeter
lässt sich das überprüfen. Aber Achtung! Bei Floppyzugriffen sinkt die 5-Volt-Versorgungsspannung um ca. 0,4 Volt ab. Das
bedeutet, dass für einen sicheren Betrieb eine Spannung von 4,9 Volt anstehen muss.

Ein zu schlappes Netzteil kann auf folgende Weise getuned werden: Man lasse sein Multimeter zur Kontrolle an der 5-Volt-Versorgung hängen und suche ein Poti namens VR1. Wenn man eines gefunden hat, kann man damit die Spannung abgleichen. Leider läuft der 12-Volt-Zweig auch mit, so dass man zwischendurch auch dort mal die Spannung kontrollieren muss. Wenn 13 Volt überschritten werden, sollte eine Diode 1N4001 in die 12 Volt Leitung eingeschleift werden, mit dem Kathodenring in Richtung Board.

Wer in seinem Netzteil kein Poti findet weil keines da ist, muss parallel zu R14 einen Widerstand von 47K einlöten.

C: Kontaktfehler

Kontaktfehler sind die häufigste Ursache für „seltsame Erscheinungen“. Ob es sich dabei um Oxydation, Verschmutzung oder ausgeleierte Kontakte handelt ist eigentlich egal, der Effekt ist immer der gleiche.

Bei einem weißen Bildschirm ist zumindest das RAM ansprechbar. Der Fehler ist aller Wahrscheinlichkeit nach bei den Roms zu suchen. Also, Spucke auf den Daumen und die „Brüder“ kräftig in die Fassungen gedrückt.
Wenn man schon mal dabei ist, sollte man auf ein Nachdrücken der anderen Bauelemente nicht verzichten. Hat diese fachmännische Aktion keine Früchte getragen, ist man gezwungen, sich mit dem GLUE zu befassen. Beschreibung weiter unten.

Bei einem schwarzen Bildschirm sieht die Sache von vornherein etwas schwieriger aus, denn in diesem Fall muss man sich mit der
MMU auseinandersetzen. Es handel sich dabei, wie bei dem GLUE, um einen quadratischen Chip mit 68 Pins im PLCC-Gehäuse.

Die MMU hört auf den Namen C025912, der GLUE auf C025915. Eventuell vorhandene Klammern über den Chips werden entfernt,
indem mit einem kleinen Schraubendreher eine Seite der Klammer vorsichtig über die Sockelecke gehebelt wird. Wenn kein zusätzliches Blechkreuz über den Sockel gespannt ist und man auch keines zur Hand hat, verzichtet man besser auch auf den Einsatz der Klammern. Durch die Verspannung des Sockels kann es schon zu Problemen kommen, die Chips fallen auch so nicht heraus.

Aber weiter im Text: sowohl MMU als auch GLUE haben dann und wann unter Kontaktarmut zu leiden. Bei beiden macht es sich am besten, sie einmal aus ihrem Sockel zu hebeln und wieder hineinzustopfen.

Normalerweise wird dafür ein PLCC-Ausziehwerkzeug benutzt. Sowas hat aber nicht jeder im Haus, deshalb muss der gute
alte Uhrmacherschraubendreher mit 1mm Klinge einspringen.
Also: Die Klinge in eine der Aussparungen im Sockel stecken und den Chip heraushebeln, das gleiche Spiel diagonal gegenüber wiederholen. Jetzt die Anschlüsse kontrollieren, gegebenenfalls wieder geradebiegen und den Chip zurückstecken. Pin 1 ist durch eine kreisförmige Vertiefung gekennzeichnet.

Wer nun eine Verbesserung/ Veränderung, aber noch keinen sicheren Betrieb feststellt, sollte die Kontakte von MMU und
GLUE mit einer feinen Drahtbürste reinigen, die Kontakte in den Sockeln natürlich auch.

Pixelmüll hat seinen Ursprung in der Regel in schlechter Verdrahtung oder falscher Einbaulage von Speichererweiterungen. In jedem Fall müssen die Leitungen so kurz wie möglich sein und an der Zahl der Masse- und +5-Volt-Leitungen sollte man nicht sparen.
Lässt sich bei den Leitungslängen nichts mehr herausholen, kann man durch Einschleifen eines Treibers in die Steuerleitungen Ras, CasL, CasH und WE die Flankensteilheit so verbessern, dass der Betrieb wieder sicher ist.

Verwendbar ist z.B. ein 74F125. Pin 14 = +5 Volt
Pins 1, 4, 7, 10 und 13 auf Masse Eingang > Ausgang: 2>3,5>6,9>8,12>11.

D: RAM-Fehler

Schwer zu lokalisieren und genauso schwer zu beheben, deshalb nur etwas für Atarianer mit Bastelerfahrung. Auch Besitzer
eines 520er ohne Speichererweiterung haben hier schlechte Karten.
Beim Einschalten prüft der Rechner seine RAM-Konfiguration. Er klappert dabei die beiden RAM-Bänke 0 und 1 ab und muss mindestens auf Bank 0 ein wenig RAM finden, um hochzulaufen. Wenn nun gerade auf Bank 0 ein Speicherchip defekt ist,
bleibt der Bildschirm schwarz, der Atari hat kein RAM.
Hat man zufällig auch die Bank 1 mit RAMs bestückt, wie es im 1040 und Mega ST der Fall ist, kann man die Widerstände der
Steuerleitungen ramseitig auslöten und der jeweils anderen Speicherbank zuordnen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass auf
beiden Bänken ein Chip defekt ist.

Für diese Aktion ist ein Ohmmeter unerläßlich. Lötkolben, etwas Kabel usw. sind ebenfalls Voraussetzung. 

Interessant sind die Widerstände mit 68R (blau, grau, schwarz, gold) in der Nähe der RAMs. Sechs sind es an der Zahl und meist in zwei Gruppen von je drei Stück aufgeteilt. Diese sind alle mit Pins der MMU verbunden, und zwar an folgende:

Pin 6 = Cas0H Pin 7 = Cas0L
Pin 8 = Ras0 Pin 18 = Rast
Pin 21 = Cas1L Pin 22 = Cas1H

Zur Sicherheit von diesen Pins der MMU ausgehend mit dem Ohmmeter die entsprechenden Widerstände lokalisieren.

Alle Widerstände auf der RAM-Seite auslöten oder kurz über der Platine abkneifen. Das nun unbewohnte Lötauge Ras0
ramseitig mit +5 Volt verbinden, dadurch wird die RAM-Bank 0 lahmgelegt. Jetzt die für die Bank 0 vorgesehenen freien
Widerstandsenden mit den freien Lötaugen der Bank 1 verbinden, Ras0-Signal an RastLötauge usw. Wenn der Rechner nun wieder läuft, hat er natürlich weniger RAM, also die Signale der Bank 1 mit der RAM-Bank 0 verbinden (+5V-Leitung entfernen) und mal sehen was passiert.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Rechner normal arbeiten und die Speicherbank mit dem defekten Chip nicht erkennen,
aber manchmal hat man Glück. Sollte der Rechner diese Bank akzeptieren, gibt sich der Übeltäter als Pixelfehler auf dem
Bildschirm zu erkennen. Jetzt kann man entweder auf dem Monitor Pixel zählen, oder sich der Holzhammermethode bedienen:
Man nehme eine Meßstrippe und lege eine Seite auf Masse. Dann tippe man mit dem anderen Ende auf den Datenpin eines RAM
der defekten Bank.

Meistens steht der Rechner dann, aber das Monitorbild ist nach wie vor zu sehen. Wenn man mit der Meßspitze nun einen Datenpin nach dem anderen berührt, sieht man auf dem Monitor senkrechte weiße Linien. Sobald sich diese Linien mit den Pixelfehlern decken, ist der defekte Chip gefunden.

Datenpins bei X1256 = Pin 2 bei
X11000 = Pin 1 bei
X4256 = Pin's 1, 2, 18, 19.

Wer über ein entsprechendes Testprogramm verfügt, kann sich zumindest den letzten Teil der Arbeit sparen.

E: Der Blitter

Schuld an solchen Boshaftigkeiten ist normalerweise der Blitter. Als Grafikchip für rechteckige Datenschiebereien zuständig, hat er genau dann seinen ersten Einsatz. Also probehalber erstmal raus damit.

Dazu wie unter C beschrieben das IC aus dem Sockel befreien. Ein Tip zur Position: der Blitter liegt zwischen Mega-Bus und Romport und ist „ein quadratischer Bursche“. Wer jetzt den Rechner einschaltet, wird ein langes Gesicht machen, weil nichts geht. Geduld bitte…

Da vom Blitter ein Signal weitergereicht wird (was er natürlich nicht mehr tut, wenn er nicht mehr da ist) müssen noch zwei Lötbrücken geschlossen werden. Eine liegt links vom Mega-Bus und eine ca. 2cm oberhalb.

Wenn das erledigt ist, sollte der Rechner wieder laufen. Nach Einbau eines intakten Blitters das Öffnen der Lötbrücken nicht vergessen!

F: Das leidige Bomben

Nicht ganz so häufig, aber trotzdem ärgerlich. Schuld ist ein Kondensator: Name C52, Sollwert 100nF.
Im Gegensatz zu den meisten anderen 100nF – Kondensatoren auf der Mega-ST-Platine realisiert dieser, zusammen mit einem
10K-Widerstand, ein Zeitglied. Damit wird verhindert, dass in der Power-Up-Phase irgendwelcher „Kram“ in die Uhrenregister geschrieben wird. Den Kondensator nun durch einen neuen ersetzen und das war’s mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Ich bin hier bei weitem nicht auf alle möglichen Fehlerquellen eingegangen, aber für weitergehende Reparaturarbeiten ist
schon eine kostspielige Ausrüstung erforderlich.

Atari ST Floppies und Datentransfer per Diskette

Autor: Peter Sieg / 1ST1

Oft gestellte Frage: Wie bekomme ich die Dateien von meinem Windows-PC auf meinen Atari-ST?

Grundsätzlich: Der ATARI ST, STE, TT und Falcon mit ihren verschiedenen TOS-Versionen verwenden auf Disketten das von MS-DOS und Windows bekannte Dateisystem FAT12 bzw. FAT16. Übrigens auch auf Festplatten… Das heißt, ein Datenaustausch ist grundsätzlich einfach machbar.

Es gibt aber Feinheiten, auf die man achten muss, darauf gehen wir hier ein:

Oft hat der Windows-PC Probleme mit auf dem Atari ST formatierten 720 kB Disketten. Das betrifft vor allem Disketten, welche von TOS 1.00 und 1.02 formatiert wurden, da schreibt der Atari ein „Media-Description-Byte“ in den Bootsektor, welches MS-DOS und Windows nicht verarbeiten können, der PC meldet dann einen Lesefehler, sogar noch mit Windows 11… Die einfachste Lösung ist es die benötigten Disketten auf dem MS-DOS- oder Windows-PC zu formatieren, siehe weiter unten.  Weitere Herausforderungen können sein:

  • „hochformatierte“ Disketten, die ATARI Community fand schon früh Möglichkeiten, aus Disketten noch mehr Kapazität heraus zu quetschen, in dem nicht 9, sondern 10 oder gar 11 Sektoren pro Spur formatiert wurden, oder auch die Spuren 81 und 82 mit verwendet werden. So sind statt 720 bis zu 902 kB auf einer Diskette möglich. Nicht jeder PC-Floppy-Controller kann 10 oder 11 Sektoren lesen und schreiben und einige PC-Laufwerke schlagen bei Spur 81 oder 82 gegen einen Endanschlag, so dass der Lesekopf diese Spuren nicht erreichen kann. Hier hilft nur testen, was der jeweilige PC kann… Wen Details zu diesen Sonderformaten interessieren, dem sei das Buch „Scheibenkleiter II, Massenspeicher am ATARI ST“ empfohlen.
  • USB-Floppylaufwerke können immer nur mit den Standard-Formaten umgehen, also, keine Chance für 10 oder 11 Sektoren und mehr als 80 Spuren. Neuere USB-Floppys unterstützn oftmals nur das 1.44 MB HD Format. Empfehlung: Nach USB-Floppys mit IBM-Branding (von Lenovo, Ye-Data) suchen, da ist sicher gestellt, dass sie mit 720 kB Disketten umgehen können.
  • Unter MS-DOS, und auch wegen Abwärtskompatiblität in Windows, sind einige Gerätenamen wie CON, COMx, LPTx, AUX  und NUL reserviert. Diese sollte man auf dem ATARI nicht als Dateinamen auf Disketten für den PC benutzen, der könnte dadurch verwirrt werden und seltsamme Sachen machen. Beim ATARI gibts auch weniger Beschränkungen des Zeichensatzes im Dateinamen, man sollte sich hier auf die Zeichen a-z und 0-9 beschränken, sonst werden die Dateinamen am PC mitunter seltsam dargestellt, die Dateien lassen sich nicht öffnen/kopieren usw… Ansonsten gillt das bekannte 8+3 Dateinamens-Schema. Ordner haben unter MS-DOS üblicherweise keine 3 Zeichen hinter dem Punkt als Extension, das kann hier bei älteren DOS-Versionen auch zu Problemen führen…

Auch spätere Apple Macintosh-Computer, Commodore Amigas mit installiertem „Crossdos“ Treiber und Linux können – evtl. mit den gleichen Einschränkungen bei Hochformatierung und falschem Media-Description-Byte – mit Disketten vom ATARI ST umgehen.

Sollten Sie keine DD-Disketten auftreiben können, nehmen Sie HD-Disketten und kleben Sie das zweite Loch (das ohne Schreibschutz-Schieber) mit Klebeband ab.

Nun muß die Diskette nur noch als DD-Diskette formatiert werden, siehe unten. Da aber HD-Disketten wegen ihrer anderen magnetischen Beschichtung eigentlich einen höheren Schreibstrom brauchen, ist der Einsatz von HD-Disketten problematisch, entweder geht es garnicht, oder die Daten können nur über einen kurzen Zeitraum gelesen werden, oder Sie haben ständig Schreibfehler. Nutzung solcher Art formatierter Disketten auf lange Zeit eher nicht empfehlenswert. Besser versuchen, DD-Disketten aufzutreiben.

Disketten passend für den Austausch formatieren:

Hinweis: Wegen der oben genannten Einschränkungen bei PCs sollte man auf „hochformatierte“ Formate verzichten!

ATARI TOS 1.0 und 1.02, also auf älteren bzw. nicht nachgerüsteten 260, 520, 1040 ST und Mega ST 1-4:

Wegen dem für MS-DOS/Windows fehlerhaften Mediadescription-Byte sollte man hier auf zusätzliche Formatierprogramme ausweichen, z.B. die in dem beliebtgen Kopierprogramm FCOPY.

ATARI TOS 1.04 bis 4.04

Das Mediadescription-Byte wird von diesen TOS-Versionen korrekt geschrieben, man kann also Disketten für den Datenaustausch direkt vom Desktop aus formatieren.  Ab TOS 2.06 gillt das auch für HD-Disketten, sofern der ATARI mit einem entsprechenden Laufwerk ausgesattet ist.

MS-DOS / Windows95/98:

In die Kommandozeile/DOS-Shell gehen und formatieren:
format /F:720 a:
– format /T:80 /N:9 a:

Aus dem Datei-Explorer von Windows kann man 720 KB meistens nicht formatieren. Der versucht dann auf einer DD-Diskette 1.44 MB unterzubingen und scheitert dabei kläglich…

Windows XP bis 11:

Leider kennt der format-Befehl unter Windows XP den obigen Parameter /F nicht mehr 🙁 Aber der folgende Aufruf tut dasselbe:
– format /T:80 /N:9 a:

Disketten-Images und Tools:

Image-Formate

  • *.ST – das meist verwendete Standardformat beinhaltet ein unkomprimiertes 1:1 Abbild der Diskette, kann auch hochformatierte Disketten abbilden, aber keine Kopierschutz-Techniken. Es gibt diverse Tools für ATARI, MS-DOS und Windows, außerden Floppyemulatoren, welche mit diesem Format direkt umgehen können.
  • *.MSA – wie *.ST, aber LZW-komprimiert
  • *.STX – Imageformat, welches ursprünglich für den ST-Emulator PacifiST entwickelt wurde, kann auch in anderen Emulatoren verwendet werden. Diese Images können auch defekte Sektoren abbilden, die sich mit dem WD1772 und anderen MFM-Controllern nur lesen, aber nicht wieder auf Disketten schreiben lassen. Hierin lassen sich auch Kopierschutzmechanismen abbilden, die Images sind aber nicht mehr auf Disketten zurück schreibbar. Man könnte höchstens versuchen, sie in PacifiST zu mounten und mittels einens Kopierprogramms in ein leeres *.ST oder *.MSA Image zu kopieren, ein evtl. vorhandener Kopierschutz geht dann aber verloren.
  • *.TDx, *.IMG, *.720, *.EXE, etc. Das sind unter MS-DOS übliche Imageformate der Programme Teledisk, IMD, 22Disk, DXP usw. Da der Atari grundsätzlich das gleiche Diskettenformat wie PCs verwendet, siehe oben, ist es denkbar, dass einige Images mit diesem Programmen auf einem PC erstellt wurden, ist aber eher unüblich. Um die wieder auszupacken, braucht man einen PC mit passendem Floppylaufwerk und das entsprechende Programm. Evtl. lassen sich solche Images aber mit „7Zip“ auspacken.
  • *.ADF, auch eher unüblich, das ist das Imageformat des Commodore Amiga, wird evtl. im Zusammenhang mit ST-Emulatoren auf der anderen Plattform verwendet.

ST und MSA sind die Standard-Formate für DD-Disketten, auch hochformatiert bis 902 kB. HD-Disketten-Images gibts kaum bis garnicht, da wurde der Inhalt üblicherweise dateiweise als LZH, ZIP, ARC usw. archiviert.  Diskimages gibts auf entsprechenden Internetplattformen zuhauf. Das reicht von Public-Domain, Open-Source über Demoszene und Spiele bis hin zu professionellen Anwendungsprogrammen aus allen damals üblichen Themenbereichen. Da die Sachen teils noch urheberrechtlich geschützt sind, gibt es hier keine Linkliste, die Suchmaschine des Vertrauens hilft.

Tools für Diskimages ST und MSA:

Weblinks nennen wir hier nicht, weil auf den Seiten, welche diese Tools bereitgestellt werden, teils auch urheberrechtlich geschützte Programme liegen, aber per Suchmaschine, Programmname plus „ATARI“ als Suchbegriff findet man die:

  • Auf dem ATARI ST: JAYMSA, kann mit *.ST und *.MSA umgehen. Am besten, man betreibt den ATARI mit einer Festplatte, auf der man die Diskimages ablegt, oder auf den man die Diskimages auf einem anderen Weg (also nicht unbedingt per Diskette…) zum modernen PC hin und her transferiert.
  • Auf einem MS-DOS-PC, bzw. Windows 3.x, 95, 98SE, ME: MAKEDISK, kann mit *.ST und *.MSA umgehen. Auch hier ist eine Festplatte am PC empfehlenswert und man hat idealerweise eine andere Möglichkeit als Disketten, um das Image vom Internet über einen modernen PC hin zu transportieren.
  • Auf einem Windows XP bis 7 PC benötigt man das Programm FLOIMG vom Entwickler Pera Putnik. Achtung, der notwendige Floppytreiber ist nur für 32 Bit Windows. 64 Bit wird nicht unterstützt und bei Windows 8-11 könnte es auch nicht funktionieren. FLOIMG benötigt unbedingt ein Floppylaufwerk mit AT-kompatiblen Floppycontroller (sind auf älteren PC-Mainboards bis hin zu den ersten Intel Core Prozessoren noch verbaut worden), USB-Floppylaufwerke können mit FLOIMG nicht verwendet werden.
  • Diverse ST-Emulatoren wie PacifiST, STEem, Hatari, Aranym können direkt mit *.ST, *.MSA und teils auch *.STX umgehen.
  • Floppy-Emulatoren wie HxC und Gotek können direkt oder indirekt (bei HxC per Konvertierung in ein RAW-Format) mit allen genannten Disk-Image-Formaten umgehen.
  • Die Floppyemulatoren Cusb und CosmosEx können Diskimages sogar aus Netzwerkressourcen von einem Server abrufen… (CosmosEx ist mehr als nur ein Floppy-Emulator, man hat hier auch gleich noch viel mehr Funktionen, wäre einen eigenen Artikel wert…)
  • USB-Floppy-Lösungen wie Catweazle, Greaseweazle, Kyroflux, usw. können mit den genannten Images umgehen und auch Disketten auf dem PC als Image sichern. Diese Lösungen verwenden per Default eigene Image-Datei-Formate, welche man aber nur im Ausnahmefall (Kopierschutz, 100% originale Sicherung) nehmen sollte, da nicht jeder ATARI-Nutzer mit diesen Formaten arbeiten kann. Ein Zugriff aus dem Windows-Explorer oder anderen Programmen auf die Disketten könnte möglich sein, wenn diese Imaging-Lösungen entsprechende Treiber mitliefern, Autor 1ST1 hat damit aber keine Erfahrungen, bitte selber informieren…

ATARIs eigene Diskettenlaufwerke:

  • Externe 3,5 Zoll-DD-Laufwerke SF 354, SF314:
  • – – Am 260, 520ST(+) als Laufwerk A: und B: verwendbar, es lassen sich 2 Stück davon hintereinander stecken, das Zweite wird durch Drehen des DS-Signals im ersten Laufwerk automatisch B:
  • — Am 520/1040STF, 1040/4090STE, Mega ST, Mega STE, TT automatisch Laufwerk B:. (Der Falcon hat keinen externen Floppyanschluss und hat auch intern kein DS1-Signal, ohne Bastellei bekommt man an den kein zweites Laufwerk dran.)
  • — Lassen sich auch am PC1-4 als Laufwerk B: betreiben.
  • — Drei oder vier Laufwerke sind am ATARI nicht möglich.
  • SF354: Einseitig 80 Spuren Double Density. Einseitige Programmdisketten gab es nur in der Frühzeit der ST-Serie, solche Laufwerke eignen sich jenseits des Erhaltens von originaler Hardware eher zum Einbau eines doppelseitigen Laufwerks, HxC oder Gotek Floppyemulators. Macht am ATARI-PC eher keinen Sinn, da hier einseitige 3,5 Zoll Laufwerke nicht üblich sind.
  • SF314: Doppelseitiges Laufwerk mit 80 Spuren Double Density
  • Externes PCF554: Doppelseitiges 5,25 Zoll 360 kB Laufwerk mit 40 Spuren. Ist eigentlich für die ATARI PC 1 bis 4 gedacht. Macht als Laufwerk A: am ST kaum Sinn, da TOS eigentlich immer 80 Spuren Laufwerke erwartet. Lässt sich aber für den Datenaustausch mit IBM XT kompatiblen PCs verwenden. Eignet sich auch, um ein 80 Spur Laufwerk einzubauen, aber wehe… Die PCF554 sind selten und im Original erhaltenswert.
  • In den 520STF sind gelegentlich einseitige DD-Laufwerke integriert, lässt sich austauschen.
  • In den 1040STF, 1040STE und Mega-ST sind serienmäßig immer doppelseitige DD-Laufwerke eingebaut.
  • In älteren Mega STE und TT sind teilweise noch 720 KB Laufwerke verbaut, diese Rechner sind aber für HD-Laufwerke mehr oder weniger vorbereitet, mit ein bischen Glück muss man beim Umbau nur einen DIP-Schalter umstellen, un dem Rechner mitzuteilen, dass er jetzt ein HD-Laufwerk hat. Bei manchen Mega-STE muss aber auch ein GAL-Baustein gewechselt werden. Die meisten Mega STE und TT wurden aber damals schon auf HD umgerüstet. Beim Umrüsten sollte man darauf achten, dass ein HD-Diskettencontroller ATARI Ajax verbaut ist. Die normalen WD1772 Controller funktionieren bei 16 MHz nicht, die 1772-02-02 nur kurzzeitig. Den Ajax bekommt man nur noch bei Best Electronics in San Francisco/Sunnyvale.
  • Der Falcon hat serienmäßig immer ein HD-Laufwerk von Teac, und natürlich auch einen Ajax.
  • Wenn die originalen Laufwerke nicht mehr funktionieren: Laufwerke reinigen, ganz alte Laufwerke haben evtl. noch Antriebsriemen, die heute vergammelt sind. Gelegentlich sind auch SMD-Elkos gealtert, die kann man mit entsprechender Löterfahrung tauschen. Auch möglich, dass das interne Netzteil des ST/STE die 12V-Versorgungsspannung entweder zu schwach oder zu wellig liefert, hier muss das Netzteil überarbeitet werden, meist Elkos, gelegentlich auch der Optokoppler für die Rückkkopplung der Regelung von Primär nach Sekundär. Achtung, auf den Kühlkörpern der Netzteile liegt Hochspannung, bitte vorsichtig sein!

Darüber hinaus gab es unzählige kleinere Anbieter, welche dazu kompatible externe Laufwerke in 3,5 oder 5,25 Zoll anboten.

Beim Beschaffen solcher Laufwerke darauf achten, dass Sie ein passendes Floppykabel mit dem großen DIN-Stecker dazu bekommen, einzeln sind die nur schwer aufzutreiben, auch den Stecker an sich bekommt man heutzutage nur noch selten, obwohl er auch von manchem CD-Wechler im KFZ-Bereich benutzt wurde. Zu den Laufwerken gehört meistens noch ein externes Netzteil mit 5 und 12V Versorgung.

PC Floppylaufwerke am ATARI verwenden:

  • PC-Laufwerke sind üblicherweise auf Driveselect-ID=1 eingestellt. Atari ST benötigen ID=0 für das erste Laufwerk am Floppykabel. Das gillt auch für den Einsatz in den ATARI-Laufwerken SF-314/354. Dies kann man umstellen (Jumper, Schiebeschalter, Lötbrücke, etc. Dokus zu vielen Laufwerken finden sich per Suchmaschine im Internet, oder in unserem Forum fragen).
  • HD-Laufwerke können grundsätzlich verwendet werden, solange aber der Atari nicht HD-Laufwerks-tauglich ist, sollte man im Laufwerk den HD-Disketten-Erkennungs-Schalter deaktivieren, in dem man den Schalter kurzschließt, um das Laufwerk dauerhaft in den DD-Modus zu zwingen. HD-Disketten sollte man dann aber trotzdem nicht verwenden (s.o.).
  • HD-Diskettenlaufwerke lassen sich mit einem HD-Kit (besteht aus ein bischen TTL-Logik und einem 16 MHz tauglichen WD1772-02-02 oder ATARI Ajax Controller) auch im HD-Modus verwenden, man braucht aber auch TOS 2.06, damit es offiziell unterstützt wird. Das Laufwerk muss auf Pin 2 des Shugart-Bus ein HD-Signal an das HD-Kit senden, das Signal kann man sich vom HD-Schalter vorne im Laufwerk holen. Der Umbau eines ST mit HD-Kit ist heutzutage nicht mehr empfehlenswert, da es für größere Datenmengen vom PC auf eine am ATARI angeschlossene Festplatte effektivere Transfermöglichkeiten gibt.
  • Der ATARI TT und Mega STE sind für HD-Laufwerke vorgesehen, ggf. muss aber ein GAL getauscht werden, die meisten TT und M-STE und alle Falcon sind bereits damit ausgestattet.
  • Es empfielt sich, wenn man ein Ersatzlaufwerk benötigt, ein Laufwerk aus der selben Modellfamilie zu nehmen, was im ATARI verbaut ist. Denn dann kann man die PC-Floppyblende gegen die von ATARI austauschen und muss nicht am ATARI-Gehäuse rumsägen, mit ein bischen Geduld lassen sich z.B. noch die von ATARI original verwendeten Epson SMD-3×0-Laufwerke auftreiben. Andere verwendete Hersteller sind Chinon, Panasonic, Sony und Teac. Beim Falcon und bei sehr spät produzierten 1040STE spielt das allerdings keine Rolle, die haben im Gehäuse einen wie bei PCs üblichen rechteckigen Ausschnitt im Gehäuse.
  • Extern an der Floppybuchse lässt sich bei keinen ATARI Computer ein HD-Laufwerk betreiben, weil dem Anschluss die Unterstützung für ein HD-Signal fehlt.
  • Auch 5,25er Laufwerke können betrieben werden, man sollte hier aber keine 360KB Laufwerke verwenden, die würde TOS immer versuchen mit 720 kB zu formatieren, dann macht es bei Spur 41 noch 39 mal „Klong“… Man braucht schon 720KB 80 Spur Laufwerke oder 1.2 MB HD-Laufwerke, letztere lassen sich ggf. auch im HD-Modus betreiben. Wenn man damit auch 360er PC-Disketten lesen und schreiben will, sollte man darauf achten, dass diese (per Jumper/Kippschalter) eine Möglichkeit haben, beim Step-Signal einen Doppelstep auszuführen, um wahlweise 40 Spur Disketten mit doppeltem Spurabstand zu 80-Spur-Disketten lesen zu können. Der Atari sendet von sich aus keinen Doppelstep, wenn er eine 40-Spur-Diskette anhand der Informationen im Bootsektor der Diskette erkannt hat. Manche ältere 5,25er Laufwerke machen den Spurwechsel nicht schnell genug, da gab es dann Programme für den AUTO-Ordner, welche die Steprate von TOS anpassen.
  • Ein zuvor am Amiga verwendetes PC-Laufwerk muss erst wieder rückgebaut werden.

Wer allerdings mehr Daten zwischen (Windows-)PC, Mac, Linux auf der modernen Seite und dem ATARI ST/TT/Falcon austauschen möchte, als auf eine Diskette passen, dem seien aber noch andere Möglichkeiten für den Datentransfer empfohlen, dazu gibts demnächst einen eigenen Artikel…


Erstmal geparkter Offtopic-Inhalt, müsste in anderen Artikel ausgelagert werden:

Der St hat im Monochrom Modus 35kHz HV und nur dieser Modus funkt am VGA Moni….wenn der Moni 35khz kann…

der Mittlere und Hohe Farbmodus hat nur 15kHz was somit nur Monis mit RGB z.B 1084 funkt und nätürlich am TV welcher auch mit 15Hz funkt.

Fakt ist Farbe nur am TV über HF-Buchse oder mit einem 15kHz RGB Moni…früher gabs mal Multisynch-Monis die schon bei 15khz anfingen.. Die heutigen VGA fangen bei 35kHz oder sogar erst bei 38kHz an….

Mono über Monochrommonitor oder über Adapter mit einen 35kHz VGA Moni…